Eines der Themen, das momentan sehr Aktuell ist, ist der Bau der Mauer an der Mexikanischen Grenze. Dass der derzeitige Präsident Donald Trump kein Medienliebling ist, muss ich wohl nicht erwähnen. Immer wieder gibt es Schlagzeilen über ihn und seine umstrittenen Aussagen. Oftmals wir dabei aber nur ihn und seine plumpe Persönlichkeit berichtet, nicht aber über tatsächliche Fakten. Es werden auch selten unterschiedliche Argumente für seine Entscheidungen diskutiert, was zu einer fast schon generellen Ablehnung seiner politischen Entscheidungen führt. Zudem ist die öffentliche Meinung der Gesellschaft stark in das linke politische Spektrum gerutscht, was damit zusammenhängt, dass die Medien und öffentlichen Institutionen stark von eher sozialistischen Ansichten dominiert werden. Wie dem auch sei, das Thema werde ich in Zukunft noch ordentlich durchkauen. Ich möchte mich mit diesem Beitrag rein zu den Fakten äußern und anhand dessen anschließend meine Meinung abgeben. Vorab sei schon mal gesagt, dass ich mich weder als rechts noch als links bezeichnen würde, ich kann beiden ideologischen Lagern etwas abgewinnen…

https://www.youtube.com/watch?v=8sJDIUpjlqU

1. Einwanderung in die U.S.A. nach Nationalität

13 % der Amerikaner sind Einwanderer 1. Generation. Im Bezug auf die Mauer interessieren uns vor allem die „Hispanics“ und besonders die Mexikaner. Dabei kommen 37 % der Einwanderer aus Mittelamerika und 30 % aus Mexiko. Nur 23 % der Mexikaner sind anerkannte amerikanische Staatsbürger.

2. Nutzung des Wohlfahrtstaates

Donald Trump sprach bei seinen Reden oft davon, dass ein hoher Teil der Mexikaner dem amerikanischen Steuerzahler auf der Tasche liegt und die Staatsausgaben belastet. Gucken wir uns die Fakten hierzu an:

40 % der Mexikaner in den USA haben einen High School Abschluss oder höher, im Gegensatz zu  89 % der Einheimischen. Mexikaner in den USA verdienen im Median 23.000 $ im Jahr im Gegenzug verdienen Einheimische 43.000 $ im Jahr. 29 % der Mexikaner gelten als arm, dagegen 10 % der Einheimischen. 73 % der Zentralamerikaner nutzen die Angebote des Wohlfahrtstaates. Dabei verringert sich die Nutzung des Wohlfahrtstaates durch Ausländer selbst nach 16-21 Jahren kaum.

Einheimische Steuerzahler zahlen für die Einwanderer in Form von Steuern.

Außerdem wird die Konkurrenz im Niedriglohn-Sektor größer, da verzweifelte Arbeitskräfte aus dem Ausland bereit sind niedrigere Löhne anzunehmen und unter miserablen Bedingungen zu arbeiten. Die Folge ist, dass die  Löhne sinken (z.T. auch Mittelschicht Jobs sind davon betroffen) und gleichzeitig die Wirtschaft angekurbelt wird, weil diese Arbeiter Jobs machen, die sonst keiner machen will. Mexiko profitiert wirtschaftlich dadurch, weil die meisten Mexikaner aus den USA Geld überweisen. Das Geld fließt aber größtenteils einfach in die Familienhaushalte und wird nicht investiert. Dagegen versucht der mexikanische Staat etwas zu tun. Ein weiterer Faktor, der fast nie in solchen Debatten  berücksichtigt wird ist, dass Hispanics zum Großteil die „Democrats“  in den USA wählen (70%). Meiner Ansicht nach der Hauptgrund, warum sich diese so für die Grenzöffnung einsetzen.

3. Illegale Einwanderung und Kriminalität

Ein weiteres Argument, dass Donald Trump anführt ist, dass durch die illegale Einwanderung die Kriminalität steigt. Dazu sei erst mal Gesagt, dass es schwierig ist zu messen, wie viele illegale Einwanderer tatsächlich im Land sind und wie viele im Jahr die Grenze überqueren. Im Jahr 2016 wurden allerdings ca. 11-12 Mio. illegale Einwanderer (ca. 3,5 % der Bevölkerung) in den U.S.A geschätzt. Laut Kriminalbericht des F.B.I. waren 22,8 % der Festnahmen im Bezug auf alle Verbrechen im Jahr 2016 Hispanics. 34,7 % waren Afroamerikaner.  Aber nicht außer Acht zu lassen ist auch, dass diese Gruppen auch häufiger verdächtigt werden. Bei Gewaltverbrechen sieht es wie folgt aus: 24,4 % der Festnahmen sind Hispanics und 52 % sind Afroamerikaner. Diese Zahlen kann man auf garkeinen Fall nur damit begründen, dass diese ethnischen Gruppen häufiger verdächtigt werden. Wichtig ist auch die Art und Weise wie die meisten Mexikaner versuchen über die Grenze zu gelangen. Oft werden sie von kriminellen Schleppern unter furchtbaren Bedingungen transportiert, woran sich diese bereichern. Tausende von Menschen sterben bei dem Versuch.

Ich mache mal wieder ein metaphorisches Beispiel:

Angenommen du lädst zu deiner Party 100 Leute ein. Es gibt haufenweise leckeres Essen für alle, die Eintritt zahlen. Plötzlich schleichen sich 3 Leute ein und füllen sich Essen in die Tupper-Boxen, stehlen noch ein paar Wertgegenstände und machen etwas kaputt. Wärst du da nicht ein wenig angepisst und wütend? Die gängige Reaktion darauf wäre es Türsteher einzustellen und evtl. einen Zaun außen rum zu errichten.

Aber:

2007 war in den USA der Peak von 12,2 Mio. illegalen Einwanderern erreicht und sinkt seitdem. Heute sind es ca. 10,7 Mio. illegale Einwanderer. 44 % davon überziehen ihr Visum. Versucht man nun die illegalen Grenzübertritte zu erfassen stößt man natürlich vor große Schwierigkeiten. Deshalb orientieren sich die Behörden anhand der Festnahmen beim Versuch die Grenze zu überqueren. Diese sanken vom Peak im Jahr 2000 (1,64 Mio.) bis 2017 auf 400.000

Daraus wird dann geschlossen, dass weniger illegal über die Grenze kommen. Ist das wirklich so? Beweisen kann man das leider nicht. Vielleicht haben sie einfach andere Wege gefunden Menschen über die Grenze zu bekommen. Man weiß es nicht. Wovon in den Medien häufig die Rede ist, ist die Tatsache, dass an der Grenze Familien auseinander gerissen werden. Da läuten natürlich bei den meisten Zuschauern die emotionalen Alarmglocken. Und tatsächlich ist es so, dass zunehmend Familien erwischt werden, 2013 waren es 3,6 % und 2018 waren es 27 % der illegalen Grenzüberquerer. Ein weiterer grotesker Fakt ist, dass 83 % der Kinder ohne eine Erwachsene Bezugsperson versuchen die Grenze zu überqueren. Zu erwähnen ist vielleicht auch, dass die Abschiebung von Illegalen Einwanderern seit dem Jahr 2000 stark abnimmt.

4. Macht eine Mauer Sinn?

Nun, es macht (auch wenn es viele nicht hören wollen) aus Sicht der Amerikaner  definitiv Sinn die eigenen Grenzen vor illegaler Einwanderung zu schützen. Ungeregelte und besonders illegale Einwanderung bringt der Gesellschaft als Ganzes mehr Schaden, als Nutzen. Höhere Steuerausgaben, höhere Kriminalitätsraten, Bildung von No-Go-Areas, Kulturelle Spannungen, schwierige Familienverhältnisse, erhöhte Armut und niedrigere Löhne schaden sowohl Einwanderern, als auch Einheimischen. Allerdings ist es doch sehr fraglich, ob eine Mauer das Problem lösen kann. Die Daten scheinen daraufhin zu weisen, dass die meisten illegalen Einwanderer bereits andere Wege nutzen um die Grenze zu überqueren. Oft werden z.B. auch Tunnelsysteme genutzt. Zu kritisieren ist auch die Aussage von Donald Trump, dass die Mexikaner für die Mauer aufkommen würden. Nun soll jedoch der amerikanische Staatshaushalt dafür aufkommen. Er behauptet nun er habe nie gesagt, dass Mexiko einen Check ausstellen würde. Naja irgendwie kam es doch so rüber?! Da stelle ich mir allerdings die viel wichtigere Frage: Warum zum Geier haben die Amerikaner so verdammt hohe Rüstungsausgaben, sprich Militärausgaben, welche ja der Sicherheit des Staates dienen sollen und können davon nicht 5 Milliarden $ entnehmen um die Sicherheit des Volkes zu garantieren? Die Grenze zu schützen ist doch de facto Sache des Militärs, oder etwa nicht?

Sobald das Wort Mauer genannt wird, flippen alle verständlichermaßen aus, weil sie sofort das Bild von der DDR im Kopf haben. Der Unterschied besteht aber darin, dass Deutschland von äußeren Mächten unter einander geteilt wurde und dadurch einfach ein Volk zertrennt wurde. Hier ist es aber so, dass eine Landesgrenze vor illegaler Einwanderung geschützt werden soll. Da sollte man schon etwas differenzieren. Ich finde es furchtbar, dass es überhaupt so weit kommen musste. Die Perspektivlosigkeit treibt die Menschen zu so gefährlichen Mitteln. Und diese besteht in Mexiko durch die enorme Korruption und eine schlechte Wirtschaftslage. Die Regierung versucht dagegen vorzugehen, indem die Rückzahlungen teilweise investiert werden sollen, doch diese Angebote werden von der Bevölkerung kaum genutzt. Investitionen sind (auch seitens den USA) bitter nötig um für Arbeitsplätze zu sorgen, sonst wird sich das Problem der Migration niemals lösen. Da wird auf Dauer auch eine Mauer nicht helfen können. Die enorme Migration schadet beiden Seiten und muss auf jeden Fall aufgehalten werden, aber eine Mauer ist keine langfristig sinnvolle Lösung.

Quellen:

http://www.pewresearch.org/fact-tank/2018/11/28/5-facts-about-illegal-immigration-in-the-u-s/

Illegal Immigration Statistics

https://ucr.fbi.gov/crime-in-the-u.s/2016/crime-in-the-u.s.-2016/topic-pages/tables/table-21

http://www.pewhispanic.org/2016/10/11/latinos-and-the-political-parties/

https://cis.org/Report/Welfare-Use-Immigrant-and-Native-Households